‚Projekt Mörike‘ in Treptow

Neue Mietwohnungen, nachhaltige Ateliers und eine neue Kita

 

Ab Oktober 2019 wird mit der Sanierung und Aufstockung der historischen Fabrik an der Mörikestraße 4-12 begonnen.

Mit dem Projekt soll für alle Bedarfsgruppen in Berlin Raum geschaffen werden: für Familien 24 große Mietwohnungen, für Künstler 25 Ateliers und für Kinder 70 Kitaplätze.

 

Mit dem Nutzungsmix in einem Gebäude soll ein vitaler Ort im Kiez Baumschulenweg entstehen.

In dem Projekt kann die jetzige Nutzung mit Ateliers auch in Zukunft fortbestehen – hierdurch kann ein Beitrag gegen die gängige Gentrifizierung geleistet werden.

 

Ausgangslage

1922 wurde im Kiez Baumschulenweg an der Mörikestraße die Fabrik ‚Max Karo & Co‘ für Fahrzeugzubehör als zweigeschossiger Massivbau errichtet.

In einem Umfeld, das von Wohngebäuden, einer Kirche und einer Schule geprägt war, hat dieser Bau zur urbanen Nutzungsmischung schon damals entsprechend beigetragen. Zu DDR-Zeiten wurde das Gebäude dann als Berufsschule ‚Karl Unger‘ genutzt.

Nach der Wende wurde in dem Gebäude die berufliche Ausbildung für Elektriker, Raumausstatter und metallverarbeitende Berufe durch einen privaten Verein weitergeführt.

2012 kam es zur Insolvenz des Vereins und das Gebäude wurde dann als Atelierhaus für 25 Künstler weitergenutzt.

Wegen dem schlechten Bauzustand und den Entwicklungspotentialen für weitere Nutzer auf dem Grundstück wurden seit 2018 die Planungen für die Sanierung und Aufstockung vorbereitet.

 

Planung

Die aktuelle Planung umfasst 4.500qm Mietflächen auf 5 Geschossen für Wohnungen, Ateliers und eine Kita.

 

Im zweigeschossigen Gebäudebestand und zusätzlich im Hofgebäude werden eine Kita für 70 Kinder und 25 Ateliers geplant. Als zukünftiger Träger für die Kindertagesstätte ist die Vielfarb social gGmbH an den Planungen Bereits beteiligt. Durch den großzügigen Hof sind ausreichende Freiflächen für die Kinder, die Bewohner und die Künstler vorgesehen.

 

Die Ateliers werden in verschiedenen Größen und Raumzuschnitten geplant. Die größeren Ateliers sind im Erdgeschoß direkt von der Straße aus erschlossen und kleinere Ateliers können über den Hof erreicht werden.

Das gesamte erste Obergeschoss ist durchgehend für die Ateliernutzung konzipiert und hier befindet sich auch in zentraler Lage ein Gemeinschaftsbereich. Die Ateliers können je nach Größenbedarf einzeln oder auch gekoppelt genutzt werden. Auf dem Gebäudebestand werden zusätzlich drei neue Geschoße in Holzbauweise aufgestockt. Durch die vorhandene lineare Erschließung mit drei Treppenhäusern werden alle neuen Wohnungen im mittleren Geschoß der Aufstockung erschlossen. Von hier aus wird auf jeder Seite des Gemeinschaftsflures je eine Wohnung erschlossen. Über eine Treppe gelangt man von der Wohnküche aus dann in das untere bzw. obere Geschoss mit den Individualräumen und Sanitärbereichen. Mit ca. 100qm Wohnfläche sind alle Wohnungen für Familien konzipiert. Die Konzeption der Wohnungen als Maisonette stammt ursprünglich von Le Corbusier, der sie für seine riesigen Wohnhäuser, den ‚Unites d’Habitation‘ entwickelt hatte.

 

Für die Gemeinschaft der Bewohner ist auf der Erschließungsebene ein Treffpunkt, ein Spielzimmer und eine große Terrasse mit Südausrichtung vorgesehen. Zusätzlich sind für Besucher oder volljährige Kinder Appartements geplant. In der zentralen Achse der Aufstockung ist ein Ausstellungsraum für die Künstler des Hauses vorgesehen, auch um die Integration der Nutzergruppen zu fördern. Es ist geplant, im Vorfeld der Vermietung aller Flächen im Rahmen von Workshops die zukünftigen Nutzergruppen miteinander bekannt zu machen und die unterschiedlichen Erwartungen der Nutzer nach Möglichkeit zu harmonisieren. Weiter soll die laufende Nutzung des Gebäudes durch eine interaktive Hausverwaltung vor Ort begleitet werden.

 

Die Neugestaltung des Gebäudes ist geprägt von der energetischen Ausstattung des Daches mit Photovoltaik. Durch die stromerzeugenden Paneele auf dem Dach soll der Betrieb des Gebäudes mit Heizung, Warmwasser und Strom weitgehend autonom erfolgen. Die Dachfläche wird dabei durch ihre vielen, der Sonne zugeneigten Segmente rhythmisiert und hierdurch kann dem Gebäude ein unverwechselbaren Ausdruck verliehen werden. Trotz der beträchtlichen Gebäudelänge kann durch die kleinteilig wirkenden Fassadenfelder eine maßstäbliche Wirkung im Kontext entstehen. Das Bauvolumen ist von den Nachbargebäuden abgerückt und wird durch den mittig gelegenen Einschnitt zusätzlich strukturiert.

 

Peter Ottmann, im Mai 2019

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